Fazit gesamter Beteiligungsprozess: Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir Bayerns digitale Zukunft

Businessleute zeigen auf Laptop | © Robert Kneschke“Der Mensch steht im Mittelpunkt des digitalen Wandels” - das ist für uns Ansporn und Anspruch zugleich. Die Digitalisierung konsequent von der Nutzerin oder vom Nutzer zu denken – seien es Bürgerinnen und Bürger, Unternehmer, Forscher oder Gründerinnen, Digital Natives oder digital eher Abseitsstehende – ist für uns daher selbstverständlich. Selbstverständlich war es daher auch, den Digitalplan Bayern 2030 auf einen umfassenden Beteiligungsprozess zu stützen. Dadurch konnten die Interessen und Bedarfe, Erwartungen und Sorgen der Menschen von Anfang an berücksichtigt werden.

So wurden zwischen Oktober 2021 und April 2022 mehr als 50 Interviews mit Digitalexpertinnen und -experten aus ganz Deutschland und dem Ausland, sowie 24 Workshops mit über 150 Teilnehmenden zu den vier Handlungsfeldern geführt. Weiter haben wir über 200 Verbände im Rahmen einer Umfrage um Stellungnahme gebeten und gleichzeitig die Plattform zur Beteiligung online gestellt, auf der, dank Ihnen, in einem Zeitraum von sechs Wochen 235 Ideen eingereicht und 3.510 Umfragen beantwortet wurden.

Parallel haben wir Bayern mit international führenden Staaten verglichen und uns von erfolgreichen Ansätzen und Initiativen inspirieren lassen. Die digitalpolitischen Grundlagen in Bayern wie Bayern Digital I und II, die High Tech Agenda und die High Tech Agenda Plus wurden ebenso unter die Lupe genommen wie die Bayerische Innovationsstrategie 2021-2027 und die Digitalstrategien der anderen Bundesländer, des Bundes sowie von Dänemark und Finnland.

Durch dieses gebündelte Knowhow und Ihr Engagement konnten im Mai 2022 Entwürfe der Vision und erster Texte des Digitalplans sowohl im Rahmen einer Online-Veranstaltung mit Expertinnen und Experten als auch auf der Beteiligungsplattform zur Diskussion gestellt werden.

Für uns hat sich wieder einmal gezeigt, wie kompetent und engagiert sich Bürgerinnen und Bürger einbringen, wenn sie nach ihrer Expertise gefragt werden. Von dem Input haben wir bei der Erstellung des Digitalplans sehr profitiert – herzlichen Dank dafür! Wir werden auch die Weiterentwicklung des Digitalplans partizipativ gestalten.

Auf Basis all dieses Inputs haben wir nun die aus unserer Sicht wichtigsten Erkenntnisse gezogen:

  1. Wir müssen die Digitalisierung der Verwaltung weiter vorantreiben und eine Kultur der Nutzerorientierung etablieren. Dazu braucht es Weiterbildung und Unterstützung auf allen Ebenen. Außerdem müssen rechtliche Rahmenbedingungen wie das Vergaberecht angepasst und die Interoperabilität der in der Verwaltung eingesetzten IT-Systeme gesteigert werden. Eine digitale Verwaltung kann so zum Katalysator für die Digitalisierung aller Sektoren werden.
  2. Dem kompetenten Umgang mit digitalen Technologien und Arbeitsweisen kommt eine Schlüsselrolle zu. Deshalb gilt es, die Digitalkompetenz von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zu steigern. Dazu müssen unter anderem Lehrpläne überarbeitet und Bildungsakteure wie Schulen und außerschulischen Einrichtung enger verzahnt werden. Bildungseinrichtungen benötigen zudem mehr Unterstützung sowohl bei der digitalen Transformation der Einrichtungen als auch bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen.
  3. Klima- und Umweltschutz auf der einen und Digitalisierung auf der anderen Seite müssen stärker zusammengedacht werden. Aus staatlicher Perspektive gibt es große Potenziale bei der Digitalisierung für mehr ökologische Nachhaltigkeit, sei es durch Energieeinsparungen bei Rechenzentren oder indem klimarelevante Daten frei und gut zugänglich verfügbar gemacht werden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die stärkere Vermittlung von Digital- und Nachhaltigkeitskompetenzen im Bildungsbereich sind. Diese Aufzählung stellt nur einen kleinen Ausschnitt der Fülle an Erkenntnissen dar, die wir im Laufe des Beteiligungsprozesses sammeln konnten. Themen wie der Breitbandausbau, die Verbesserung der Teilhabe von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt sind, oder die Stärkung unserer Digitalwirtschaft spielten neben vielen anderen Punkten auch eine wichtige Rolle.

Auf Basis dieser Ergebnisse sowie der Expertise aller Ministerien des Freistaats haben wir nun den Entwurf des Digitalplans erstellt, der in einem nächsten Schritt in der Staatsregierung abgestimmt und voraussichtlich im Sommer dieses Jahres beschlossen wird. Bis dahin legt unser Blog eine kleine Verschnaufpause ein. Wie gewohnt erfahren Sie unseren Newsletter, wenn es etwas Neues gibt.

 

Kommentare (3)

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PeterN

ID: 356 30.06.2022 16:05

Das scheint in die richtige Richtung zu gehen und die Verschnaufpause sei gegönnt.

In der Zwischenzeit wäre es schön zu lesen, welchen Plan nun die Staatsregierung zur Abstimmung bekommt.

Dominik Golle (Bayern Innovativ)

ID: 357 11.07.2022 13:32

Lieber PeterN,

vielen Dank für die netten Worte und entschuldigen Sie die späte Rückmeldung.
In den Entwurf des Digitalplans sind die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses sowie Input aller bayerischen Ministerien eingegangen. Der Entwurf wird nun in enger Abstimmung mit den Ressorts finalisiert. Die abgestimmte Version wird schließlich der Staatsregierung zur Entscheidung vorgelegt.

Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage.
Viele Grüße
Dominik Golle

Sahnehäubchen

ID: 355 30.06.2022 12:11

Das hört sich richtig gut an. Viel Erfolg bei den nächsten Schritten!