Fazit Verbandsbeteiligung: Mehr Nutzerorientierung und Effizienz der Verwaltung durch Digitalisierung

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Im Rahmen des Beteiligungsprozesses zum Digitalplan wurden über 200 Verbände um ihre Stellungnahme gebeten. In diesem Blogpost fassen wir kurz die relevantesten Ergebnisse aus der Verbandsumfrage zum Digitalplan zusammen.

Gefragt wurden die Verbände nach den größten Chancen einer erfolgreichen digitalen Transformation in Bayern sowie den größten Herausforderungen für deren Erfolg. Außerdem wurde gefragt, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Chancen zu nutzen bzw. den Herausforderungen zu begegnen.

Das einhellige Ergebnis: Größte Chance und gleichzeitig größte Herausforderung für eine erfolgreiche digitale Transformation in Bayern ist die Nutzerorientierung und Effizienz der Verwaltung. Hier sehen die teilnehmenden Verbände das größte Verbesserungspotenzial. Die Digitalisierung von Anträgen und den dazugehörigen Prozessen wurde ebenso vorgebracht wie eine konsequente Umsetzung des „Once-Only-Prinzips“, das besagt, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen bestimmte Standardinformationen den Behörden und Verwaltungen nur noch einmal mitteilen müssen sollen. Durch die Digitalisierung der Verwaltung könnten Arbeitsabläufe schneller, einfacher und insgesamt effizienter gestaltet werden und Verwaltungsmitarbeitende somit mehr Zeit auf die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger verwenden. Außerdem könne eine digitale Verwaltung schneller auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren – Stichwort Corona.

Um dieses Zielbild zu erreichen, müsse insbesondere die Digitalkompetenz der Verwaltungsmitarbeitenden gesteigert werden, z. B. durch mehr Aus- und Weiterbildung zu digitalen Themen sowie zur Vermittlung von Projektleitungsfähigkeiten. Manchmal fehle es aber auch an der Bereitschaft der Mitarbeitenden, sich auf neue digitale Arbeitsweisen und Prozesse einzulassen – insbesondere, wenn der Nutzen neuer Technologien nicht gut erläutert werde. Deshalb gelte es, Verwaltungsmitarbeitende in die Entwicklung von Software stärker einzubinden und regelmäßig über neue Features zu informieren. Auch hake es zum Teil an fehlender oder mangelhafter Hardware, weshalb die Beschaffung in diesem Bereich vereinfacht werden solle.

Ein großes Potenzial wurde von den Befragten auch bei der Erhöhung der gesellschaftlichen Teilhabe durch digitale Tools gesehen. Die Digitalisierung könne zu mehr Chancengleichheit führen, indem sie einen niedrigschwelligen Zugang ermögliche, sei es zum Arbeitsmarkt, zu gesellschaftlichen Diskursen oder auch zur Bildung. So können soziale Teilhabe und ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben gesichert und damit die Lebenssituation allgemein verbessert werden. Auch die Wirtschaft könne von einer erfolgreichen digitalen Transformation in Bayern stark profitieren, indem vor allem die digitale Transformation der Industrie vorangetrieben werde. Dies gehe mit modernen Strukturen und Kostenersparnissen einher. Um diese Themen sowie die digitale Transformation in Bayern allgemein voranzutreiben, müsse weiter in den Breitbandausbau bzw. die digitale Infrastruktur allgemein investiert und die Digitalkompetenzen der Gesellschaft gesteigert werden. Für letzteres sei eine stabile Förderung außerschulischer Bildungseinrichtungen sowie eine bessere Verzahnung dieser mit dem formalen Bildungssektor vonnöten. Auch brauche es eine bessere Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals im Bereich Digitalisierung. Letztlich müsse für eine erfolgreiche digitale Transformation in Bayern insgesamt mehr Geld investiert werden.

Kommentare (2)

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Andreas Bachmann

ID: 353 02.06.2022 16:45

Aus meiner Praxis kann ich ergänzen, dass neben der Digitalkompetenz der Verwaltungsmitarbeitenden vor allem deren Offenheit für Veränderung hinsichtlich neuer Arbeitsweisen, Abläufe, Kollaboration und Tools große Potentialfelder darstellen.

Hier gilt es Insel- und Bestandsschutz-Denken aufzulösen und interne Hemmnisse wie Überreglementierung und Datenschutz praxisnah zu vereinfachen.

Mirko Kraft

ID: 352 02.06.2022 13:35

Nicht überraschend, dass im Bereich Bildung noch Verbesserungspotenziale bestehen. Und dass mehr Investitionen in Bildung notwendig sind.